Schmerzfreies Golfen!

Der Golfer mit Tennisarm oder Golferarm.

Liebe Golferinnen und liebe Golfer. Ihnen ist sicherlich schon bekannt, dass folgende Faktoren Einfluss auf das Golfspielen haben:

  • der Platz
  • das natürliche Talent
  • die Ausstattung
  • die mentale Stärke
  • die körperliche oder physische Fähigkeit

Fast jeder Golfer weiß, was Schmerzen für einen Einfluss auf den Golfschwung haben können. Aus der biomechanischen Sichtweise gibt es im Golfschwung viele mögliche Problemzonen.

Viele Golfer beschäftigen sich sehr viel mit Materialproblemen, kaufen sich neue Schläger und andere Ausstattungen um besseres Golf zu spielen, merken jedoch nicht, dass der eigene Körper die Grenzen für besseres Golf setzt.

Die Begriffe Tennisarm und Golferarm scheinen auf den ersten Blick sportspezifisch zu sein. Das trifft jedoch nicht zu. Man kann auch als Nichtgolfer einen Golferarm (oder Golferellenbogen) bekommen oder als Golfer einen Tennisarm (oder Tennisellenbogen) bekommen!

Golferarm - Tennisarm
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Der Tennisarm

(lat. Epikondylitis humeri radialis)

Definition und Vorkommen: Beim Tennisellenbogen handelt es sich um ein Schmerzsyndrom im Bereich des Ursprungs der Hand- und Fingermuskulatur an den knöchernen äußeren Ansätzen des Oberarmknochens (Humerus). Der Tennisellenbogen ist die häufigste Ansatztendinose (nicht entzündliche Sehnenansatzerkrankung) der Unterarmstreckmuskulatur. Am häufigsten kommt der Tennisellenbogen, der gleichermaßen bei Männern als auch bei Frauen auftritt, im mittleren Lebensalter vor.

Trotz der Bezeichnung "Tennisellenbogen" tritt dieser verhältnismäßig selten bei Tennisspielern auf. Häufig tritt der Tennisellenbogen bei chronischen mechanischen überbeanspruchungen auf, hier besonders bei Handarbeitern und bei Sekretärinnen.

Diagnose des Tennisellenbogen: Starke Schmerzen an der Außenseite des Ellenbogens. Die Schmerzen können so stark ausgeprägt sein, dass kaum noch leichtere Gegenstände angehoben werden können. Die Schmerzen strahlen oft in die Unterarmmuskulatur aus. Ihr Chiropraktor wird mit Ihnen so genannte Widerstands-Tests durchführen. Die Schmerzen verstärken sich, wenn der Arm ganz ausgestreckt und das Handgelenk nach hinten gebeugt wird, besonders wenn man diesen Test gegen Widerstand ausführt.

Der Golferarm

(lat. Epikondylitis humeri medialis)

Definition und Vorkommen: Der Golferellenbogen oder Golferarm genannt, tritt deutlich seltener als der Tennisellenbogen auf. Die meisten von diesem Syndrom Betroffenen werden noch nie einen Golfschläger in der Hand gehabt haben. Der Golferellenbogen gehört wie der Tennisellenbogen zu der Problemgruppe Tendinopathien (Erkrankungen des Sehnenansatzes).
Es handelt sich also im Gegensatz zum Tennisellenbogen um einen Reizzustand im Ursprungsbereich der Unterarmbeugemuskeln an der Ellenbogen-Innenseite, dort, wo die Sehnen am Knochen verankert sind.

Diagnose des Golferellenbogen: Durch Druck oder durch eine typische Bewegung (Beugung des Handgelenkes wie beim Golfabschlag) kann die Ellenbogen Innenseite provoziert werden. Bei der Unterarmdrehung nach innen werden ebenfalls Schmerzen beschrieben. Funktionell ist der Arm oft enorm eingeschränkt. Bei fortgeschrittenem Golferarm ist eine Kraftminderung der entsprechenden Muskulatur zu sehen. Der Schmerz verstärkt sich, wenn man bei ausgestrecktem Arm die Hand nach unten drückt. Viele Betroffene werden berichten, dass allein Wasser ins Gesicht machen, erhebliche Schmerzen verursacht.

Eine mögliche Ursache für den Golferarm ist ein zu fester (verkrampfter) und/oder zu "starker Griff". Der Golfschläger wird dann mit einem übertriebenen Einziehen der Hand, im Treffmoment, an den Ball geführt. Der Golfschläger wird nicht geschwungen, sondern mehr mit der rechten Hand gedrückt. Elektromyographische Untersuchungen zeigen bei Golfern mit einem Golferarm gegenüber Gesunden eine signifikant höhere Muskelaktivität der Unterarmbeugemuskulatur bereits beim Ansprechen des Balles und später in der Schwungphase. Diskussion: Klassisch wird man hören: "Ich habe eine Entzündung am Ellenbogen und ich muss entzündungshemmende Medikamente nehmen". Hierbei scheint es oft in Vergessenheit zu geraten, dass die Entzündung eine Folge ist und nicht die Ursache. Häufig wird es eine Serie von komplexen mechanischen Fehlbelastungen sein, die einen Ellenbogen-Schwachpunkt produziert. Der Spruch heißt ja: "Die Kette ist so stark wie ihr schwächstes Glied". Daher ist es von größter Bedeutung, eine komplette Untersuchung des Bewegungsapparates vorzunehmen. Nicht selten finden sich im Schulterbereich deutliche Bewegungseinschränkungen. Besonders der Außenrotation der Schulter ist wichtig für den Golfschwung. Liegt hier eine Einschränkung vor, wird es zur Folge haben, dass man in den Golfschwung kompensieren muss! Kompensation hat nicht nur ungünstige Einwirkung auf den Bewegungsapparat, sondern auch auf den Golfschwung.

Chronische Beschwerden gestalten sich behandlungstechnisch öfters etwas schwieriger, da der Entzündungsherd von der Sehne in der Knochenhaut (Periost), sich verlagern kann. Dann gibt es eine Knochenhautentzündung. In den meisten Fällen jedoch handelt es sich um eine unkomplizierte Behandlung. Aus chiropraktischer Sicht wird an dem Ellenbogen selbst und der umliegenden Gelenke und Muskelsysteme nach Blockaden gesucht. Die Blockaden sind an erster Stelle zu entfernen. Dies geschieht am besten manuell ohne Anwendung von Geräten. Stretchtechniken, um die Spannung an dem Sehnenansatz zu reduzieren, sind wichtig, auch zur Vorbeugung. Liegt der Verdacht nah, dass eine schlechte Technik der mögliche Grund sein könnte, wäre es selbstverständlich wichtig, mit einem Pro das abzustimmen.

Vermutlich findet sich der Eine oder Andere in der Beschreibung wieder! Ich kann dann nur empfehlen, einen gut ausgebildeten und erfahrenen Therapeuten, am besten mit Einblick in die Golftechnik, aufzusuchen. Eine effektive und sichere Lösung für ein gelungenes Golf, wird somit wahrscheinlicher.

Gutes Spiel!